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Schiedsrichter wollen den Chip im Ball
Schiedsrichter wollen den Chip im Ball
An der Technik wird bereits seit geraumer Zeit gefeilt

Der Aufreger des Spieltages war das nicht gegebene Tor des Schalkers Marcelo Bordon in Freiburg. "So lange Amateure über Profis bestimmen, müssen wir damit leben", hatte sich Coach Felix Magath echauffiert. Die Schiedsrichter reagierten ebenfalls und sprachen sich für technische Unterstützung aus.

Die Rufe nach dem Chip im Ball werden immer lauter. "Die Schiedsrichter würden den Chip im Ball gerne sehen, sofern das System zu hundert Prozent funktioniert", sagte DFB-Lehrwart Eugen Strigel stellvertretend für die Referees der Bundesliga.

Rückendeckung erhielt Magath ausgerechnet von dem Mann, der Bordons Latten-Kopfball nicht hinter der Torlinie gesehen hatte: Jochen Drees. Der Unparteiische sprach sich im kicker ebenfalls für den Einsatz des technischen Hilfsmittels aus. "Ich wäre sofort dafür", betonte er. "Ich weiss nicht, ob überhaupt einer meiner Kollegen dagegen wäre."

FIFA und UEFA rühren sich nicht

Schliesslich, so Strigel, werde es immer wieder Situationen wie die in Freiburg geben, die "nur durch den Chip im Ball zweifelsfrei geklärt werden können. Da reicht auch die Kamera nicht". Zudem müsste - anders als etwa beim möglichen Einsatz von Torrichtern oder des Videobeweises - die Partie nicht unterbrochen werden. Auf einer Art Uhr würden die Schiedsrichter sofort den Schriftzug Goal sehen, wenn der Ball in vollem Umfang die Linie überquert hätte.

Doch noch verhallen die Rufe der Chip-Befürworter ungehört. Weder der Weltverband FIFA, der in dieser Frage die Entscheidungshoheit hat, noch der europäische Dachverband UEFA machen bislang ernsthafte Anstalten, den Chip im Ball einzuführen. Erst am Wochenende hatte UEFA-Chef Michel Platini in Warschau bekräftigt, dass sein Verband lieber weitere Schiedsrichter-Assistenten einsetzen würde. Dies testet die UEFA seit dieser Saison bereits in der Europa League.

"Regeln aus der Steinzeit"

Während der milliardenschwere Profi-Fussball noch weit davon entfernt ist, die Möglichkeiten des technischen Fortschritts in Anspruch zu nehmen, sind andere Sportarten viel weiter. Im Eishockey, im Feldhockey und im American Football ist der Videobeweis gang und gäbe, im Tennis zeigt das Hawkeye an, ob ein Ball die Linie noch touchiert hat oder nicht. Eifersüchtig auf ihre Kollegen seien die Schiedsrichter der Fussball-Bundesliga aber nicht, versicherte Strigel: "Da schauen wir überhaupt nicht neidisch drauf."

Bereits nach dem ersten Spieltag dieser Saison hatte ein nicht anerkannter Treffer von Hoffenheims Josip Simunic im Spiel gegen den FC Bayern München die Diskussion um technische Hilfsmittel im Fussball angeheizt. Damals sah auch Franz Beckenbauer die Zeit für Veränderungen gekommen und sprach von "Regeln aus der Steinzeit".

 
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