07.03.2010
Lehmann denkt an Fortsetzung der Karriere

Jens Lehmann lässt sich ein Hintertürchen offen
In Bremen erlebte Jens Lehmann ein seltsames Spiel. Der 40-Jährige bot eigentlich eine starke Partie und dann leitete sein Patzer die Wende ein und kostete den VfB Stuttgart einen sicher geglaubten Sieg. Doch Lehmann gab sich ungewohnt zahm.
Brav gestand der sonst oft so wilde Keeper nach dem 2:2 (2:0) bei Werder Bremen seinen Fehler ein und sorgte auch mit einer Aussage zu seiner Zukunft für Verwunderung. "Ich denke, dass ich aufhöre", sagte der ehemalige Nationaltorwart und liess sich doch noch ein Hintertürchen offen: "Wenn etwas ganz Exotisches passiert, soll man niemals nie sagen." Der Rücktritt vom bereits verkündeten Rücktritt scheint plötzlich möglich.
"Den kann ich halten"
Es war ein ungewöhnlicher Auftritt von Lehmann. Erst parierte der Keeper glänzend und verhinderte die mögliche Bremer Führung.
Doch nach den VfB-Toren durch Pavel Pogrebnyak (15.) und Sami Khedira (43.) eröffnete er die nicht mehr für möglich gehaltene Werder-Aufholjagd: Den Schuss von Hugo Almeida (75.) liess der Keeper zum Anschlusstreffer durchrutschen. Danach drehten die Bremer, die sich anscheinend schon aufgegeben hatten, noch einmal auf und kamen durch Torsten Frings' Foulelfmeter (81.) zum umjubelten Punktgewinn.
"Den kann ich halten", gab Lehmann zu und zeigte sich in Bremen von seiner seriösen Seite. "Ich dachte, der Ball springt noch einmal auf, und dann rutscht er mir durch die Hand durch", erklärte er die Wende des Spiels und klagte auch über den schlechten Rasen, der zwei Tage später ausgetauscht werden soll: "Es wäre schön gewesen, wenn sie das schon letzten Montag gemacht hätten."
Gross lobt Lehmann und kritisiert die Feldspieler
Kritik vom Trainer gab es nicht. "Ich habe es noch nicht aus einer Perspektive gesehen, aus der ich das endgültig beurteilen kann", antwortete Christian Gross auf die Fragen nach Lehmanns Patzer diplomatisch. Mitspieler Aliaksandr Hleb sagte: "Ich weiss nicht, was beim ersten Tor passiert ist."
Gross hob stattdessen Lehmanns zuvor gezeigten Aktionen hervor: "Jens hat da hervorragend gehalten." Immerhin musste der VfB-Trainer zugeben: "Das Tor hat den Gegner natürlich beflügelt." Verärgert war er über seine Feldspieler. "Wir haben es verpasst, drei Punkte zu holen", kommentierte der VfB-Trainer den Spielverlauf: "Wir hätten nach der Führung das dritte Tor machen müssen." Seine Kritik: "Wir haben nicht genügend abgeklärt gespielt. Den Ball hätten wir besser zirkulieren lassen müssen."
Mit dem Remis verpasste der VfB die Chance, bis auf einen Punkt an den Konkurrenten um die Spielberechtigung für die Europa League heranzukommen. So hielt Werder den Vier-Punkte-Vorsprung auf die Schwaben. "Es ist natürlich positiv, dass man noch mal kommen kann", sagte Werder-Trainer Thomas Schaaf. Wirklich zufrieden war der Coach aber nicht, benötigte sein Team doch gegnerische Hilfe für die Wende.