08.02.2010
Janka: ''Ich werde mein eigenes Ding durchziehen''
Die Olympischen Spiele stehen vor der Tür. Die Schweizer wollen in Vancouver nicht bloss dabei sein, sondern brillieren. In der sportal.ch-Interviewserie kommt täglich ein Medaillenkandidat zu Wort. Heute: Carlo Janka.
sportal.ch: Carlo Janka. Hilft Ihnen die Ihnen eigene Ruhe, dass Sie trotz der grossen Erfolge in jüngster Zeit so auf dem Boden geblieben sind?
Carlo Janka: "Jawohl! Mein Naturell und meine Bodenständigkeit wirken sich sicher positiv auf die Ruhe aus. Ich lasse mich nicht so schnell aus dem Konzept bringen."
Hätten Sie jemals damit gerechnet, irgendwann einmal bei den Olympischen Spielen als Favorit auf Edelmetall an den Start zu gehen?
Damit gerechnet habe ich sicher nicht, darauf gehofft aber schon.
Haben sie früher Olympia vor dem Fernseher verfolgt? Wenn ja, wer war ihr grosses Idol?
Ja klar haben wir das zuhause geschaut! Mein grösstes Idol war dabei Herrmann Maier.
In welcher Disziplin trauen Sie sich selber am Meisten zu?
Das ist schwierig zu sagen. Ich würde sagen, dass ich in allen Disziplinen gleich stark bin, mir also überall gleich viel zutraue.
Was lösen die Olympischen Spiele in Ihnen für Gefühle aus?
Da ist irgendetwas Besonderes dabei, aber ich kann nicht wirklich beschreiben was es ist. Es ist jedoch das Ziel jedes Sportlers an den Olympischen Spielen teilzunehmen. Und für mich ist es schön, dass es heuer schon geklappt hat.
Es werden ihre ersten Olympischen Spiele sein. Halten Sie sich da an Routiniers, wie ihre Teamkollegen Didier Cuche und Didier Défago, um möglichst wenig falsch zu machen im Vorfeld oder wollen Sie völlig unbelastet zu diesem Grossereignis reisen?
Das Letztgenannte. Ich reise relativ unbelastet nach Kanada. Wie auch im Weltcup, werde ich auch an den Olympischen Spielen mein eigenes „Ding" durchziehen.
Sie sind mit 23 Jahren noch sehr jung und haben, so hoffen wir doch, noch viele Olympische Spiele vor sich. Ist es ein Vorteil zu wissen, dass es nicht gleich beim ersten Versuch klappen muss?
Sicher, ja. Ich sehe das als einen Vorteil an. Dabei schwingt die Hoffnung mit, dass noch ein zweites, drittes, viertes Mal folgen wird.
Werden Sie sich auch Zeit nehmen, andere Wettlkämpfe in Vancouver zu verfolgen?
Wenn Zeit bleibt, möchte ich gerne mal beim Bob und Skispringen vorbei schauen. Bei der Abreise über Vancouver wäre ein Abstecher zu den Eishockeyanern noch cool.
Welchem anderen Schweizer Sportler trauen sie zu, eine Olympiamedaille mit nach Hause zu nehmen?
Ich traue einigen etwas zu, bereits in unseren Lagern gibt es viele Medaillen-Anwärter, am ehesten denke ich, dass Didier Cuche in der Lage ist, Edelmetall zu gewinnen."
Von Fabian Vogt